Türen in Berlin

Stadtkloster Segen - 6. Tag

Die letzte Nacht ist vor bei. Der Koffer ist gepackt und ich mache mich auf zum Morgengebet. Wunderschöne Tage gehen zu Ende. Viele neue Dinge habe ich gesehen, erlebt, gemacht.

Die Sonne ist strahlend aufgegangen und blinzelt mir zu, als ich mich aufmache, ein weiteres mal den Kirchenraum zu entdecken. Verblüffend! Mit jedem Perspektivwechsel kommen neue Dinge ins Blickfeld, rücken näher. Dabei habe ich sie bestimmt schon vorher gesehen. Aber wahr-genommen? Eher nicht. Heute zum Beispiel das Taufbecken.

Endlich habe ich mal auf einer Abbildung auch die Namen zu den Symbolen für die Evangelisten!

Spontan hatte ich in den letzten Tagen immer eine Überschrift für die einzelnen Tagesgeschichten. Zu heute wollte mir lange nichts einfallen, bis ich die Tür zu meinem Zimmer offen stellte. Türen. Viele Türen haben sich mir in den letzten Tagen aufgetan. Sie standen offen, ließen sich leicht öffnen, oder man hatte mir ihren Schlüssel anvertraut.

An-vertraut, ja. Für eine Gemeinschaft ist es ein echter Vertrauensbeweis, nicht nur das Haus zu öffnen, sondern auch den Schlüssel zur Verfügung zu stellen. So konnte ich in Ruhe auf Entdeckungsreise im Kloster gehen, ein- und ausgehen wie es mir beliebte, hatte den Vorzug, jederzeit in die Kirche gehen zu können und letztlich auch Zugang zur wundervollen Gartenoase ...

So bin ich noch einmal fotografierend herumgegangen und habe viele dieser Türen im Bild festgehalten.

Die Abschiedsworte sind gesprochen, der Schlüssel ist eingeworfen und ich mache mich auf den Weg. Reich beschenkt, das Herz gefüllte mit schönen Erinnerungen und um etliche gefüllte Seiten in einem Buchprojekt reicher. Ich merke wie vertraut mir die Straße schon geworden ist, der Blick auf den Kirchturm, der sich im Kiez immer wieder hervortut. Soll ich es wagen?

Einen letzten Blick zurückzuwerfen? Oh je, bringt das nicht Unglück? Verhindert der Aberglaube daran nicht eine Wiederkehr? Ok. Ich werde schon nicht wie Lot’s Frau zur Salzsäule erstarren. Wie kam es eigentlich damals dazu? Lässt sich das auf diese Situation übertragen? Ich weiß es nicht und werde nachher die Geschichte lesen und Frau Google befragen.

Nun gut. Wegen der Sache mit der Salzsäule mache ich mir jetzt mal keine Sorge. Dazu habe ich dann eine spannende Auslegung gefunden, bei der ich mich vielem anschließen kann: https://www.eaberlin.de/nachlese/chronologisch-nach-jahren/2015/sommerpredigt-freundeskreis/ruediger-sachau-sommerpredigt-2015.pdf Und so habe ich noch einmal den Anblick getankt:

@thomemsd #berlin #stadtklostersegen #auszeit #germany Allen lieben Menschen, die mich in diesen Tag hier so freundlich aufgenommen haben, sage ich ein herzliches: Danke-Schön! www.stadtklostersegen.de

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