Stadtkloster Segen - 3. Tag

Ein Arbeits-platz im Garten

Der neue Tag beginnt mit Sonnenschein und dem Morgengebet. “Herr, öffne meine Lippen. Damit mein Mund dein Lob verkünde.” ... Eine gute Einstimmung in den Tag!

Mögen Engel ...

... dich geleiten!

Du passierst das Tor in der Häuserfassade. Der Innenhof umfängt Dich und Du bist geschützt. Du passierst das Portal der Kirche. Der Kirchenraum empfängt Dich und Du bist geborgen. Du traust Dich durch den Vorhang, passierst den Gang, findest die Tür und bist im Garten. Die Blätter rauschen, Vögel rascheln und singen Dir. Du bist in einer Oase, Mitten in der Großstadt.

Ein toller Ort, an meinem Buchprojekt zu arbeiten.

Einem Glücklichen schlagen keine Stunden. (Zeitlose Sonnenuhr)

Man(n) trägt Kippa. Diese Aufforderung hat hier am Prenzlauer Berg in den letzten Wochen ja eine ganz besondere Bedeutung bekommen. Schnell nimmt mich der Friedhof mit seiner eigentümlichen Athmosphäre gefangen. Ich schlendere die Wege entlang und überlege, was diese Stimmung ausmacht. Später lese ich, es war zunächst unüblich, Grabmale zu errichten, deutsche Schrift zu verwenden, oder gar Bildnisse zu zeigen.

Erst nach und nach setzte sich das durch. Vorher war ein Grabstein aus Sandstein, mit. hebräischer Schrift und maximal dem Davidstern alles. Doch das ist es nicht. Wenn ich den Blick so von den Wegen abschweifen lasse, komme ich mir eher vor wie auf einer Mischung aus Abstellplatz und Urwald. Und dann macht es klick ...

Ja, da ist ja auch niemand mehr, der sich um die Gräber kümmern kann! Dafür haben meine Vorfahren ja gesorgt. Der überwiegende Teil der Grabsteine stammt aus maximal 1920, 1930 ein Paar Aus-nahmen gibt es mit 1940. Später erfahre ich von einem Friedhofsangestellten, dass sich die jüdische Gemeinde um den Friedhof kümmert. Man habe aber genug damit zu tun, die Wegstrecken zu pflegen.

hier stEhst DU SCHWEIGENd Doch WENN DU Dich WENdEST SchWEIGE NIcht

Ach, wenn man den Blick ein wenig hebt und nicht zu schnell durch die Gegend flitzt, stößt man auf witzige Gesellen. Die Frösche hier am Stadtbad haben es mir angetan. Stadtbad? Na ja,heute beherbergt das Gebäude ein Hotel.

Mir fällt dazu das Zitat ein: „Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ Antoine de Saint-Exupéry

@thomemsd

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